Der Tag an dem ich aufhörte perfekt sein zu wollen

Seit jeher mache ich mir viele Gedanken darum, was andere wohl über mich denken, plage mich mit Ängsten meine Freunde zu enttäuschen und schäme mich in Grund und Boden für jeden Fehler, den ich jemals getan habe.

Das erzeugt natürlich eine Menge Druck in mir, sodass ich eigentlich kontinuierlich unter einem Grunddruck stehe, den ich selbst schon lange nicht mehr bewusst wahrnehme.

Der Wunsch perfekt zu sein und der Gedanke es auch sein zu MÜSSEN hat mich besonders in den letzten Jahren unfassbar fertig gemacht.

Was ist denn eigentlich perfekt?

Und wer legt das fest?

Kann ein Mensch überhaupt perfekt sein?

Und wenn nein, wieso stressen sich so viele Menschen mit einer Utopie, die scheinbar eh nicht zu erreichen ist?

Ich hatte dieses Jahr wirklich so einige einscheidende Erlebnisse, die ein ganz schönes Durcheinander in mir und meinem Leben ausgelöst haben. Plötzlich musste ich mich mit ganz anderen Problemen auseinandersetzen und mir dazu auch noch eingestehen, dass ich Hilfe benötige und es gerade nicht alleine schaffe, den Fels, den mir das Leben in den Weg gelegt hat, zu überwinden.

Was sich zunächst erstmal nicht sonderlich dramatisch anhört, ist für jemanden wie mich eine ungeheure Überwindung. Und natürlich hatte ich auch nicht das erste Mal in meinem Leben Schwierigkeiten, aber die Qualität der Schicksalsschläge waren dieses Jahr einfach eine ganz andere. Oder ich habe sie vielleicht einfach anders wahrgenommen als sonst.

Seit meiner frühen Jugend bin ich nämlich quasi ein Einzelkämpfer, habe immer alles mit mir selbst ausgemacht. Zu oft wurde ich abgelehnt oder allein gelassen. Was sich nun tatsächlich dramatisch anhört, habe ich mein halbes Leben so hingenommen und nicht weiter hinterfragt. Ich dachte mir: „Dann muss ich das eben alleine hinbekommen. So scheint es im Leben einfach zu laufen.“

Wenn man allerdings selten bis nie auf die Idee kommt andere um Hilfe zu bitten, etwickelt man quasi eine Gewohnheit. Wo man sich anfänglich noch gefragt hat, ob es jemanden gibt, der einen helfen kann, wird die Möglichkeit der fremden Hilfe mit der Zeit einfach aus dem Verstand gelöscht. Man kommt also gar nicht mehr auf die Idee irgendjemanden um Hilfe zu bitten. Wie denn auch? Schließlich hat man doch auch die vielen Jahre davor alles „hervorragend“ alleine gemeistert. Besonders meine Zeit als Single hat diese Gedanken gefestigt.

Nun kam ich allerdings dieses Jahr tatsächlich an meine Grenzen. Ungekannte Erfahrungen und Gefühle kamen in mir hoch. Fehler, die ich vor Jahren begann, holten mich plötzlich so deutlich wieder ein, dass ich sie einfach nicht mehr ignorieren konnte.

Für mich war klar, ich muss und will diese Dinge endlich angehen und aus meinem Leben schaffen, sie auflösen. Doch die Erkenntnis, dass ich all das auf einmal nicht alleine schaffen würde schmerzte mir sehr.

Ich bin an einem Punkt in meinem Leben, wo ich ein gutes Bild von mir selbst habe. Ich weiß wer meine wahren Freunde sind und ich weiß größtenteils was ich will und mir wünsche. Es gibt Menschen, die zu mir aufsehen oder beeindruckt von meiner Stärke sind, alle Probleme, die auf mich einprasseln einfach wegzulächeln. Und ich bin gerne diese Person, die den Problemen ins Gesicht lacht und gerne für ihre Freunde da ist. So gerne, dass ich bisweilen einfach Angst hatte dieses Bild zu zerstören, dass sich meine Mitmenschen von mir gemacht haben.

In der Schule und im Arbeitsleben gelte ich als besonders fleißig, was kein Wunder ist, denn ich weiß ja was ich möchte und dafür muss ich mich eben anstrengen. Privat wissen meine Freunde, dass sie auf mich bauen können und scheinen mich als eine Person einzuschätzen, die den ganzen Tag vor sich hingrinst, niemals weint, und eine solch harte Schale besitzt, sodass kaum ein Wort, welches gegen mich gerichtet wird, mir etwas anhaben könnte.  Das mag zu einem gewissen Teil auch stimmen, aber nur wenige kennen auch mein anderes Gesicht. Das Gesicht, das ich kaum jemanden zeige. Meine verletzliche Seite, das kleine Kind von damals, das sich allein gelassen und verzweifelt fühlt.

Seit Kurzem bin ich auch nach etlichen Jahren wieder in einer Beziehung. Wer hätte das gedacht? Ich bin verliebt bis über beide Ohren und glücklich wie schon lang nicht mehr. Aber auch er hat ein Bild von mir in seinem Kopf. Er weiß, dass ich taff bin und daran gewöhnt bin, alles alleine zu stemmen.   Allerdings war er es auch, der dazu beigetragen hat, dass ich überhaupt bereit bin, die Hilfe von anderen anzunehmen.

In einer Beziehung geht man eben Kompromisse ein, man teilt seinen Alltag und seinen Besitz miteinander. Man gerät in Konflikte, muss lernen wie der andere tickt und seine eigenen Macken irgendwie an die des anderen anpassen. Eben auf einen Nenner kommen. Ihr könnt euch vorstellen, wie viele Zähne er sich bereits an mit ausgebissen hat. Aber er hat nicht aufgegeben und hat meine Schale letztendlich geknackt. Und ich könnte kaum dankbarer sein. Einfach dafür, dass er an meiner Seite ist und er keine Scheu gezeigt hat, hinter meine Maske zu schauen.

Gestern war wieder einer dieser Tage, ich musste ihm eine meiner Meinung nach besonders dunkle Seite an mir zeigen, Probleme die vor Jahren ins Rollen geraten waren und mich letztlich wieder einholen. Konflikte, die einfach geklärt werden möchten. Tatsächllich ist diese Seite an mir gar nicht so dunkel, doch da ich in ständiger Angst lebe, meine Fassade könnte bröckeln, kommt mir jeder kleine Fehler an mir, für mich, wie ein unoperierbarer Tumor vor.

Also saß ich gestern hier auf meinem Bett, Tränen liefen mir über das Gesicht, all der Druck platzte so aus mir heraus. Ich erklärte ihm am Telefon, was gerade in mir vor sich ging. Doch letztendlich war all die Angst unbegründet.

Schatz, gib dir doch nicht immer selbst die 100%ige Schuld an allem. Du bist nicht der Fehler und du bist auch nicht perfekt. Und das ist komplett in Ordnung so!“

Er hat mich durchschaut! Auf frischer Tat ertappt! Ich bin nicht perfekt und ich werde es niemals sein. Denn was bedeutet schon perfekt? Perfekt ist etwas, wenn es vollkommen ist, wenn es vollendet ist.

Ich bin gerade mal 28 Jahre alt. Will ich denn wirklich schon vollendet sein? Will ich denn wirklich schon komplett alles erledigt haben? Ich habe schließlich vor so an die 120 Jahre zu werden, einfach aus Prinzip. Höchstwahrscheinlich würde ich mich zu Tode langweilen, wenn ich jetzt schon alles gelernt hätte, was es in diesem Leben für mich zu lernen gibt. Wenn schon alles komplett klar wäre und ich nie wieder irgendeinen Fehler machen würde.  Und wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, möchte ich noch ganz viel lernen und all die blöden Fehler machen, dich noch auf mich warten. Und natürlich auch die neuen Erfahrungen sammeln, die es noch zu sammeln gibt.

Wahrscheinlich ist es noch ein ordentlicher Weg, bis ich meinen Perfektionismus und all die Ängste, die damit verbunden sind, komplett aus dem Weg geräumt habe. Aber ich muss das ja nicht mehr alleine machen und ich möchte es auch gar nicht mehr. Denn wer will schon perfekt sein?

Sind Konzepte wirklich so wichtig?

…Ich sage: Nein. Und deswegen ist mein Konzept, dass ich eben kein Konzept besitze!

Allerdings möchte ich mich an dieser Stelle gern vorstellen. Ich bin Andie, eine 27 Jahre, junge Frau, die mit Ende 20 immer noch einen Haufen Flausen im Kopf hat und ein enormes Mitteilungsbedürfnis noch dazu. Bewaffnet mit meinem Laptop, bin ich bereit, die Tiefen des menschlichen Seins zu erkunden, Abenteuer zu bestreiten und von meinen Erkenntnissen zu berichten. Für mich ist diese Welt ein unfassbar spannender Ort und meiner Meinung nach lernen wir nie aus. Außerdem würde ich mich als unverbesserlicher Optimist beschreiben und einem Menschen, der gerne die Welt verbessern möchte.

Falls du mich auf meinen Weg begleiten möchtest, dann nur zu!  Aber, wie gesagt, ich habe kein Konzept. Es kann also sein, dass ich über alles Mögliche schreibe und du nicht immer meiner Meinung bist. Ich für meinen Teil, finde das allerdings richtig spannend. Mir ist es wichtiger authentisch zu sein und eben wieder mehr Echtheit ins Internet zu bringen. Mittlerweile verstecken wir uns doch größtenteils hinter einer Maskerade, die wir uns zusammengebastelt haben aus den Erwartungen anderer und bestimmten Verhaltensregeln, die man unbedingt einhalten sollte, um besser anzukommen. Da ich Regeln allerdings noch nie wirklich mochte, werde ich mich nun bestimmt in kein Verhaltenskodex schnüren lassen. Ich hab’s versucht, aber seien wir ehrlich, wie langweilig ist es denn immer das zu tun was andere für richtig halten?! Ich denke du kennst die Antwort. 🙂

Aber nun genug, ich denke, ich konnte dir einen kleinen Einblick gewähren, in das, was dich auf meinem Blog erwartet und hoffe, dass du neugierig geworden bist. 🙂

Viel Spaß auf meiner Seite und lass gern ein Comment da! 😉

Wir lesen uns, Andie.

Musst du „dazugehören“?

Kennst du dieses Gefühl? Das Gefühl irgendwie nirgends reinzupassen? Dass egal wo und mit wem du deine Zeit verbringst, du nach einer Weile denkst, dass du da gar nicht richtig hingehörst?

Ich kenne dieses Gefühl sehr gut, und habe gelernt damit umzugehen.

Schon mein Leben lang fühle ich mich irgendwie als Außenseiter, manchmal sogar wie ein Alien, obwohl ich viele Freunde habe. Dennoch habe ich manchmal das Gefühl, ich würde nur immer mal vorbeischauen oder ihnen beim Leben zuschauen und letztendlich doch mein eigenes Ding machen.

In einer Clique bin ich auch schon lange nicht mehr und frage mich häufig, ob ich es jemals gewesen bin.

Auf meinem Weg wollte ich immer wieder Teil von einer Gruppe oder Subkultur sein oder überhaupt dazu gehören.

Allerdings hatte ich nie das Gefühl wirklich angekommen zu sein. In jeder Gruppierung oder Szene gab es Momente die mir zeigten, dass ich eben kein Teil von dem war, was diese Leute darstellten. Damals kam mir häufig der Gedanke ich sei nicht „cool“ genug oder hätte nicht den richtigen „Style“. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund durfte ich immer mal in Szenen reinschnuppern, war aber nie wirklich Teil davon.

Alles fing damit an, als ich im Jugendalter die Rockmusik für mich entdeckte. Ich reiste zu Konzerten und versuchte meine Idole persönlich zu treffen. Zu der Zeit bemerkte ich erstmals, dass sich verschiedene Menschen zu verschiedenen Subkulturen zählten und sich damit identifizierten. Sie zeigten ihre Zugehörigkeit durch ihr Aussehen und ihr Auftreten, bzw, durch ihre allgemeine Art mit anderen Menschen und dem Leben umzugehen.

Da gab es die Punks, die Alternativen, die Hip Hopper, die „Tussis“, die Emos, die Goths, die Visual Keis und viele, viele mehr.

Natürlich gibt es noch hunderte andere Subkulturen oder Schubladen in die man Menschen stecken kann, aber diese sind eben die, mit denen ich mich während meiner Jugend am meisten auseinandergesetzt habe.

Ich habe mich allerdings zunächst nirgends zuordnen können. Ich war einfach…ICH. Gerade dabei erwachsen zu werden und anzufangen herauszufinden, wer ich denn überhaupt bin.

Und so begann ich in jede für mich interessante Subkultur mal reinzuschnuppern.

Ich war ein Emo, aber hatte kein allzu kritisches Bild über die Gesellschaft und verfasste auch keine tiefgründigen Gedichte. Außerdem hatte ich nicht die coolste Frisur, was mir keine tausend Freunde auf Myspace bescherte. Auf Emo-Treffen beachtete mich meist kaum jemand. Also zog ich weiter.

Durch meine Emo- und Fan-Zeit hatte ich ein paar interessante Leute kennengelernt. Ich schaute zunächst also in der Visual Kei Szene vorbei. Ich hatte einen Faible für japanische Musik, eher rockiger Natur, und mochte den bunten und verrückten Kleidungsstil. Ich besuchte mit Freunden J-Rockkonzerte und verbrachte auch so viel Zeit mit ihnen. Ich muss sagen, dass mir diese Zeit wirklich sehr gefallen hat. Ich geriet an die für mich richtigen Leute, die mich akzeptierten und so nahmen wie ich war. Allerdings bemerkte ich irgendwann, dass es für mich nur eine Phase war und so entwickelte ich mich weiter. Ich habe nicht mehr mit allen Leuten aus dieser Zeit Kontakt aber zu ein, zwei Personen schon. 🙂

Was sich zu dieser Zeit auch formte, war mein Berufswunsch. Irgendwas mit Medien…wie bei so vielen. Ich entschloss mich in die Makeup Branche zu gehen und musste dafür aber mindestens eine Vorausbildung absolvieren. Ich landete in einem Friseursalon, der sehr beliebt in der Emoszene war.

Ich dachte zu der Zeit, dass ich noch genügend Emo in mir hätte um das rocken zu können und mich während meiner Ausbildung frei entfalten zu können.

Allerdings geriet ich in genau den Salon, der eher weniger alternatives Publikum hatte. Und so passte ich mit meinen bunten Hosen und den Bandshirts eher weniger rein. Was passierte also? Man fing an mich verändern zu wollen. Plötzlich gab es einen Dresscode. Ich sollte mädchenhafter gekleidet sein und meinen Style komplett ändern. Man verpasste mir noch eine „trendige“ Frisur und schwupps, hatte ich keine Ahnung mehr wer ich war. Diesen Zustand hielt ich nicht lange aus und beschloss nach einigen unangenehmen Zwischenfällen, die Ausbildung aufzugeben.

Meine damalige Chefin zollte mir eine Menge Respekt dafür, dass ich ihr und vor allem mir gegenüber so ehrlich gewesen war.

Ich begann danach eine Ausbildung zur Kosmetikerin auf einer reinen Mädchenschule. Hier fühlte ich mich von Tag 1 bis zum Abschluss wie der letzte Freak. Gott sei dank gab es aber ein weiteres Mädchen, dass allein mit ihrem Aussehen herausstach. Das Witzige daran war, dass wir beide nicht die Freunde fürs Leben in unserer Klasse fanden, aber wir anscheinend soviel Vertrauen erweckten, dass wir beide zu Klassensprechern gewählt wurden.

Während der Zeit auf dieser Schule habe ich natürlich wieder viele neue Erfahrungen gesammelt. Ich lernte außerhalb der Schule Leute kennen, die eine Band hatten und war von nun an regelmäßig Backstage auf Konzerten. Und feierte im Allgemeinen ziemlich viel. Ich machte meine ersten romantischen Erfahrungen und fand meine erste richtig große Liebe. Das war eine wirklich tolle und aufregende Zeit. Damals dachte ich wirklich, ich würde dazugehören, dass genau das die „Szene“ war wo ich hinpasste.

Meine erste Beziehung hielt nicht sonderlich lange, aber der nächste Partner war schon in Sicht. Ich verliebte mich neu, hatte eine tolle Zeit und lernte immer mehr Menschen kennen. Ich zog von zuhause aus und in einer WG mit meiner besten Freundin und noch einer anderen sehr engen Freundin. Ich bezeichne diese Zeit liebevoll als absolut chaotisch, da ich in dieser Zeit lernen musste, dass eben diese Szene auch nicht der Ort war an dem ich hingehörte. Es gab viel Streit zwischen meinen Mitbewohnern und mir und ich grenzte mich mehr und mehr ab, bis ich gefühlt ganz allein da stand. In dieser Zeit war mein damaliger Partner eine große Stütze für mich, weshalb ich auch ziemlich bald mit ihm zusammen zog.

Ich beendete meine Ausbildung und bekam die Chance eine Weiterbildung zum Make Up Artist zu machen, die ich natürlich ohne zu zögern nutzte.

Ich fand einen Job in einem Make Up Laden, indem ich mich kreativ austoben konnte und Produkte verkaufte. Da ich hinter der Marke stand und mir die Sachen gefielen, fiel mir das nicht sonderlich schwer.

Zu dieser Zeit machte ich einen riesigen Sprung in meiner Entwicklung. Ich gewann einiges an Selbstbewusstsein und kroch aus meinem Schneckenhaus, in dem ich mich viele Jahre verkrochen hatte, weil ich einfach keine Ahnung hatte wo ich hingehöre. Ich hatte Träume und Ziele, die ich verfolgte. Dachte endlich hätte ich mich gefunden. Zu einem großen Teil habe ich das auch, aber schien der Weg des Make Up Artists nicht der zu sein, der für mich bestimmt war. Nach einer Hochphase des sich selbst Ausprobierens, begann ich wieder nachdenklicher zu werden. Ich trennte mich von meinem damaligen Freund und brach komplett aus! Ich ging feiern und wollte einfach nur das tun wonach mir der Sinn stand. Und das tat ich auch. Ich zog zu meiner besten Freundin, um in Ruhe nach eigenen vier Wänden zu suchen. Ging wirklich, wirklich, WIRKLICH viel feiern. Machte viel Sport und lief sogar einen 10km Lauf. Ich wollte mich keine Sekunde ausruhen. Im darauffolgenden Sommer bekam ich dafür die Quittung. Da ich die 10km verkatert und völlig untrainiert gelaufen war, überdehnten sich meine Sehnen und ich konnte 4 Wochen lang nicht richtig laufen. Ich war, mitten im Sommer und mit dieser unglaublichen Energie, ans Bett gefesselt und dachte ich werd wahnsinnig.

Allerdings war diese Auszeit bitter nötig. Ich konnte mich mal auf mich selbst besinnen und nachdenken, was ich wirklich will. Ich fand endlich eine eigene Wohnung und bekam mit dem Umzug das erste Mal seit Jahren wirklich komplette Ruhe, nur für mich.

In dieser Wohnung lebe ich immer noch und habe seither viele spannende, schmerzliche und ungeheuer wichtige Erkenntnisse gemacht. Ich habe gelernt, dass man nicht immer irgendwo dazugehören muss, um glücklich zu sein. Ich kündigte also meinen Job und kehrte der Make up Welt den rücken. Nun mache ich mein Abitur nach und arbeite aufs Psychologie oder Philosophie Studium hin. Wer weiß was es wirklich wird. Wer weiß, ob ich mich jemals irgendwo zugehörig fühlen werde. Aber das ist in Ordnung für mich. Ich lerne momentan, mich einfach nur wohlzufühlen. Mit mir, in meiner Haut und mit meinem Leben. Menschen kommen und gehen. Wir machen gemeinsam Erfahrungen und können soviel voneinander lernen. Ich bin es Leid immer alles und jeden in Kategorien und Schubladen zu stecken. Jeder Mensch ist für mich einzigartig und ich denke mittlerweile sogar, dass dieses Gefühl, des nicht Dazugehörens, etwas völlig Natürliches und Notwendiges ist.

Würden wir uns ohne dieses Gefühl überhaupt weiterentwickeln? Oder würden wir ewig am selben Ort, mit den selben Menschen verweilen?

Ich weiß es nicht.

Aber was ich weiß ist, dass ich meine Erfahrungen teilen möchte. Dass ich Menschen erreichen möchte, denen es ähnlich geht. Dass ich mich mit diesen Menschen austauschen möchte und wir gemeinsam wachsen können.

Und deswegen habe ich diesen Blog erstellt.

Das mag nun eine relativ lange Vorstellung gewesen sein, aber wenn du bis hier gekommen bist und dich in vielen Punkten angesprochen fühlst, dann erzähl mir doch gerne deine Geschichte. Geht es dir genauso? Oder ganz im Gegenteil, kannst du meine Ansicht gar nicht nachvollziehen?

Ich bin wirklich gespannt darauf, was du zu erzählen hast!

Wir lesen uns, Andie