Bemerkenswert

Sind Konzepte wirklich so wichtig?

…Ich sage: Nein. Und deswegen ist mein Konzept, dass ich eben kein Konzept besitze!

Allerdings möchte ich mich an dieser Stelle gern vorstellen. Ich bin Andie, eine 27 Jahre, junge Frau, die mit Ende 20 immer noch einen Haufen Flausen im Kopf hat und ein enormes Mitteilungsbedürfnis noch dazu. Bewaffnet mit meinem Laptop, bin ich bereit, die Tiefen des menschlichen Seins zu erkunden, Abenteuer zu bestreiten und von meinen Erkenntnissen zu berichten. Für mich ist diese Welt ein unfassbar spannender Ort und meiner Meinung nach lernen wir nie aus. Außerdem würde ich mich als unverbesserlicher Optimist beschreiben und einem Menschen, der gerne die Welt verbessern möchte.

Falls du mich auf meinen Weg begleiten möchtest, dann nur zu!  Aber, wie gesagt, ich habe kein Konzept. Es kann also sein, dass ich über alles Mögliche schreibe und du nicht immer meiner Meinung bist. Ich für meinen Teil, finde das allerdings richtig spannend. Mir ist es wichtiger authentisch zu sein und eben wieder mehr Echtheit ins Internet zu bringen. Mittlerweile verstecken wir uns doch größtenteils hinter einer Maskerade, die wir uns zusammengebastelt haben aus den Erwartungen anderer und bestimmten Verhaltensregeln, die man unbedingt einhalten sollte, um besser anzukommen. Da ich Regeln allerdings noch nie wirklich mochte, werde ich mich nun bestimmt in kein Verhaltenskodex schnüren lassen. Ich hab’s versucht, aber seien wir ehrlich, wie langweilig ist es denn immer das zu tun was andere für richtig halten?! Ich denke du kennst die Antwort. 🙂

Aber nun genug, ich denke, ich konnte dir einen kleinen Einblick gewähren, in das, was dich auf meinem Blog erwartet und hoffe, dass du neugierig geworden bist. 🙂

Viel Spaß auf meiner Seite und lass gern ein Comment da! 😉

Wir lesen uns, Andie.

Geburtstagstraditionen

Mein Geburtstag steht unmittelbar vor der Tür und wie jedes Jahr bekomme ich seit Tagen folgende Nachricht meine Freunde:

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Natürlich freue ich mich darüber, dass sich meine Freunde Gedanken machen, womit sie mir eine Freude machen können.

Nur kommt häufig auf meine Antwort: „ Ich freue mich, wenn du zur Feier kommst und wir einen tollen Abend/Tag haben.“ immer Folgendes zurück.

Na klar, aber ich meine, was ich dir schenken kann. Gibt es etwas was du dir wünschst?“

Und ich denke mir, ja, ich habe dir meinen Wunsch gerade mitgeteilt.

Ist unsere Gesellschaft bereits so materiell geprägt, dass es uns merkwürdig vorkommt, wenn sich jemand etwas immaterielles wünscht, wie einen netten Abend mit guter Laune und tollen Gesprächen?

Anscheinend schon, denn bei all diesen Fragen, wurde ich entweder entgeistert angeschaut oder musste öfters bestätigen, dass ich wirklich glücklich mit der Anwesenheit der Person bin.

Ich habe diese Info dieses Jahr sogar mit in die Geburtstags-Veranstaltung in Facebook  reingeschrieben, sie scheint aber dennoch als Trick gehandelt zu werden.

So nach dem Motto: „ Ja ja, sie sagt, dass sie nichts will, aber was ist wenn, ich tatsächlich mit „leeren“ Händen auftauche und sie dann enttäuscht ist oder gar an mir als Freund/in zweifelt?!“

Aber ihr könnt wirklich beruhigt sein. Ich hätte lieber gar kein Geschenk, als ein Dutzend unpersönlicher Gegenstände, die mal eben so gekauft wurden, nur weil es die gesellschaftliche Norm nun mal vorsieht, dass man zu Geburtstagsfeiern ein Geschenk dabei hat.

Was mir tatsächlich lieber ist, sind Geschenke, die wirklich vom Herzen kommen. Wo jemand durch die Gegend gezogen ist, und über etwas stolpert, wo er denkt, das könnte mir tatsächlich gut gefallen. Und meistens finden wir solche Geschenke, wenn wir nicht danach suchen und ganz ohne Zwang oder Druck durch Läden oder über Märkte streunen. Oder besser noch, etwas selbst basteln. Wie oft habe ich meinen Freunden Bildercollagen, ganze Fotoalben oder Kalender geschenkt und diese Geschenke kamen bei weitem immer am besten an. 🙂 Was ganz einfach daran liegt, dass mehr Liebe in solch einem Geschenk steckt.

Wie hier zum Beispiel, als ich zu meinem 24. Geburtstag eine selbst gebackene, vegane Buttercremetorte bekommen habe. Diese Torte hat sogar geglitzert. *_*

Und wenn jemand nu nicht DIE eine zündende Idee zum basteln oder das eine Supergeschenk gefunden hat, dann ist das eben so und absolut nichts, was einem sauer aufstoßen sollte. Ich habe mich allgemein zu einem Menschen entwickelt, dem materielle Dinge nicht mehr so wichtig sind. Das war durchaus mal anders. Vor einigen Jahren noch, habe ich ganze Listen in meinem Kopf aufgestellt, was ich mir von wem wünschen könnte. Was in wessen Preiskategorie passt, etc..p.p.. Mittlerweile ist mir dieser ganze Konsumwahn völlig zuwider und ich hasse es so sehr, wenn ich dazu gedrängt werde irgendwem etwas zu schenken, wo ich weiß, das ist nur notgedrungen und kommt nicht wirklich vom Herzen.

Allgemein diese Normierungen wann man wem etwas zu schenken hat. Was soll das eigentlich? Noch schlimmer als Geburtstage empfinde ich Weihnachten! Das ist einfach das furchtbarste Konsumfest dieser Gesellschaft und ich habe jedes Jahr aufs Neue mit einem ungeheuren Druck zu kämpfen. Es gab sogar Jahre, in denen ich mich, nur wegen Weihnachten, so tief ins Dispo katapultiert habe, dass ich da kaum mehr rauskam. Mit welchem Sinn eigentlich?!

Aber genug von Weihnachten. (Mir graut es jetzt schon davor, dass Anfang September wieder die ersten Schoko-Weihnachtsmänner in den Supermarktregalen stehen werden.)

Denn es gibt noch einige andere Geburtstagstraditionen, die ich einfach nicht verstehen kann.

Ich habe mal gehört, dass das nicht in jedem Land so ist und das erleichtert mich zutiefst. Allerdings ist es hierzulande irgendwie üblich, als Gastgeber einer Geburtstagsparty Geschenke für die Gäste parat zu haben. Ich kenne das noch aus meiner Kindheit, wo man immer so kleine Goodie-Bags für die kleinen Partymäuse vorbereitet hat. Damals waren diese Tüten gut bestückt mit einer Menge Süßigkeiten und bei einigen gutbetuchten Familien bekam man sogar ein kleines Spielzeug dazu.

Aber, ähm….WIESO?! Mit welchem Grund denn bitte? Dafür, dass ich es geschafft habe zu deinem Geburtstag gefahren zu werden? In der Schule musste man natürlich noch eine Geburtstagslage für alle Klassenkameraden liefern, dafür, dass sie sich gar nicht für dich interessieren….

Dieses Phänomen hat sich im Laufe der Jahre verändert, aber es ist dennoch da. Im Erwachsenenalter werden Die Tüten nur gegen Freigetränke in der Bar oder den Eintritt für den Club getauscht. Aber die Geburtstagslage auf der Arbeit gibt es immer noch. Aber mit welchem Sinn denn bitte? Was ich an dieser merkwürdigen Tradition nicht verstehe ist Folgendes: Es ist doch MEIN Geburtstag. Folglich sollte ich doch beschenkt werden, oder etwa nicht? Das man für die Tatsache, dass dich jemand anderes vor etlichen Jahren aus sich herausgepresst hat, belohnt bzw. beschenkt wird, sei mal dahin gestellt. (Nebenbei bemerkt, wie klasse wäre es denn, wenn man statt sich selbst, einfach die Mama an Geburtstagen beschenkt? Denn die haben tatsächlich eine wahre Leistung vollbracht!)

Aber als Geburtstagskind die Drinks meiner Gäste zu zahlen, verstehe ich vorne und hinten nicht. Ist es schon soweit gekommen, dass man seine Freunde und Bekannte „bestechen“ muss, damit sie überhaupt mit einem das eigene Leben zelebrieren? Oder würden sie auch so kommen? Ich bin mir bei meinen Freunden jedenfalls sicher, dass sie auch so zu meinem Geburtstag kommen werden, einfach weil sie mich gern haben. Auch wenn ich sie dieses Jahr ein wenig geschockt habe mit meiner Ich-will-echt-kein-Geschenk-Nummer. 😉

Ich für meinen Teil werde mich nun zurücklehnen, meine Mama morgen auf ein riesiges Stück Kuchen einladen und mich freuen, dass ich leben darf. Und das werde ich mit meinen liebsten Freunden tun. 🙂

Bis dahin alles Gute für euch.

Wir lesen uns, Andie

Virtueller Ungehorsam

Interessant. Wirklich interessant, durch welche inneren Konflikte ich in den letzten Wochen gegangen bin. Alles begann mit der Eingebung einen neuen Blog zu starten und diesmal ein komplettes Konzept an den Start zu bringen was rundum einfach nur Sinn ergeben sollte.

Das Thema war schnell gefunden: SELBSTFINDUNG.

Ich dachte mir, dies sei das perfekte Thema, da ich ja schon mein ganzes Leben auf der Suche nach dem „Wer bin ich überhaupt“ befinde. Der erste Eintrag war da auch schnell geschrieben.

Und dann: Leere….

Beziehungsweise, hatte ich wirklich viele Ideen, aber die wollten nicht mehr so ganz in mein Konzept passen. Ich sprudelte nur so über vor Sätzen und Texten und wollte nur noch schreiben.

Ich verfasste hier und da mal ein paar Anfänge. Dort kam mir ein Titel in den Sinn. Aber dies alles wollte einfach nicht so recht zusammenpassen.

Also stand ich vor einem riesigen Haufen Wortgrütze und Ideensfetzen. Und tue es noch.

Ich frage mich also: Andie, ergibst DU überhaupt Sinn? Kannst du dich selbst wirklich in ein Konzept zwängen, wo du doch von dir denkst, dass du ein fleischgewordener Widerspruch an sich bist? Kann man wirklich all die Facetten, die ein Mensch nun mal hat, wirklich in ein enges Konzept schnüren und all die anderen spannenden Themen, die das Leben bietet, außen vor lassen?

Oder sollte ich einfach gleich vier verschiedene Blogs erstellen. Für jedes Gebiet einen, damit ich nicht ZUVIEL in diesem hier anbiete?

Ich habe mich in den letzten Wochen wirklich eingehend damit beschäftigt, wie ich meinen Blog gestalten möchte. Man könnte jetzt natürlich meinen, dass ich mich ja VOR Veröffentlichung meines Blogs damit hätte beschäftigen können. Dann hätte ich jetzt diese Probleme nicht. Dazu sei aber gesagt, dass ich ein absoluter Bauchmensch bin. Wenn mir also eine Idee in den Sinn kommt, dann will ich das immer sofort umsetzen, damit ich es nicht vergesse oder damit immerhin ein Grundbaustein gelegt ist. Außerdem, so vielseitig, wie ich bin, hätte ich wahrscheinlich auch bei mehr Vorarbeit mit solchen Konflikten zu tun. Denn das kommt noch dazu: Ich zähle mich nicht als komplett fertig entwickeltes Individuum. Ich habe meiner Meinung nach noch einiges zu lernen und da kann es schonmal passieren, dass ich von heut auf morgen, zu einem Thema, eine VÖLLIG NEUE Einstellung und Meinung habe. Was dann natürlich auch zu einem Konzeptskonflikt (schönes Wort 😉 ) führen kann.

Dann kommt noch der Druck dazu, wöchentlich etwas „abzuliefern“, weil das ja alle so machen.. Und wenn man selbst da hinterher hinkt, klappt das bestimmt nie mit dem Schriftsteller Business.

So sind jedenfalls meine Gedanken, die letzten Wochen gewesen.

Ich bin einigen Online-Gruppen beigetreten, wo viele Blogger ihre Posts teilen und man darüber diskutieren kann, inklusive Verbesserungsvorschlägen, etc.

Finde ich grundsätzlich eine großartige Sache und bin froh, eine Plattform zu haben, in der ich mich mit anderen Bloggern austauschen kann und um gegebenenfalls auch mal eine Zusammenarbeit zu finden.

Allerdings, wird mir ganz Angst und Bange, wenn ich sehe, wie all die Leute regelmäßig ihre Einträge „raushauen“, Newsletter verschicken und schon innerhalb kürzester Zeit unfassbar professionell wirken, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

Versteht mich nicht falsch, ich finde das super! Und sie inspirieren mich tagtäglich und motivieren mich auch ein Stück.

Nur sitz ich dann häufig da….und will schreiben…..und dann kommt irgendwie nichts bei rum. Oder es würde nicht in mein Konzept passen. Oder, oder, oder…! Und dann vergeht wieder eine Woche, in der ich doch etwas schreiben, bzw veröffentlichen wollte, weil es ja alle auch so machen, aber mein Kopf so vollgepackt ist, dass ich es einfach sein lasse.

Am schlimmsten finde ich dabei sogar, dass ich häufig gar nicht anfange zu schreiben. Dabei liebe ich das Schreiben. Wenn ich einmal anfange, dann kann ich so schnell nicht aufhören. Ich vergesse dabei einfach alles um mich herum, manchmal sogar zu essen. Ich denke, das ist das, was man im Allgemeinen als Leidenschaft bezeichnet.

Nunja, Was ist nun also mit mir los? Dass ich nicht schreibe, wenn es mir in den Fingern kribbelt und ich seit Wochen nichts gepostet habe, obwohl ich doch groß geplant habe, das diesmal so richtig und regelmäßig zu rocken?

Hmm..Ich stehe mir wohl selbst im Weg, denn ich habe Erwartungen an mich gestellt, die ich gar nicht erfüllen kann. Ich habe mich selbst so unter Druck gesetzt, dass ich wie gelähmt war, jedenfalls was das Schreiben anbelangte. Ich habe mich versucht in ein Konzept zu stecken, obwohl mir doch nach all den Jahren mit mir selbst mittlerweile klar geworden sein sollte:

ICH PASSE EINFACH IN GAR KEIN KONZEPT!

Wie denn auch? Ich bin ein Mensch. Ich habe ein ganz normales Leben mit Auf’s und Ab’s. Das lässt sich nicht einfach in ein Konzept packen, jedenfalls nicht, wenn man über das Leben selbst schreiben will. Und auch einen Schreibimpuls kann und will ich nicht automatisieren und in einen Rhythmus packen. Ich will mich dann mitteilen, wenn mir etwas einfällt.

Ich möchte nur dann etwas veröffentlichen, wenn ich wirklich hinter der Thematik stehe und worüber ich lange genug nachgedacht habe um überhaupt etwas Gescheites darüber sagen zu können.

Vielleicht bin ich da etwas anders, als die anderen Blogger. Vielleicht muss ich das einfach anders angehen.

Ich war ja schon immer so, wie ich eben bin. Es gab Phasen in denen ich zwar sehr stark versucht habe mich anzupassen, um nicht anzuecken, aber irgendwie hab ich immer weniger Lust darauf, so zu sein, wie andere mich gern hätten.

Sorry Leute, aber so klappt das mit uns nicht. 😉

Das geht schon bei der Kleidung los, bzw. meinem gesamten äußeren Erscheinungsbild.. Ich ziehe mich immer so an wie ich mich eben fühle. Das gleiche gilt auch fürs Make Up und die Haare. Mein ganzes Auftreten ist eigentlich immer recht authentisch. Und das mag ich auch total gern an mir.

Ich wusste allerdings nicht, dass ich es beim Schreiben genauso handhabe. Ich scheine erst dann zu schreiben und etwas Gescheites hervorzubringen, wenn mir wirklich der Sinn danach steht. Und da kann es eben sein, dass ich mal ein, zwei Wochen wirklich keine Lust habe, bzw. gerade mit anderen Thematiken beschäftigt bin und einfach keine Konzentration finde. Und dann gibt es wieder andere Momente, in denen ich total inspiriert bin und den Kopf soweit frei habe, dass ich mich hier stundenlang hinsetzen kann und schreibe. Nun gut, weiß ich also Bescheid.

Nur, wenn ich ein solch launischer Schreiberling bin, werde ich jemals einen guten Blog erschaffen können?

Werde ich jemals treue Leser bekommen, auch wenn ich sie nicht regelmäßig mit Blogeinträgen „versorgen“ kann? Werde ich jemals von meiner Leidenschaft leben können?

Geht es anderen Blogger-Neulingen eigentlich auch so? Oder bin ich mit diesen Fragen ganz allein?

Sind das einfach nur Anfängerprobleme, mit denen ich mich rumärgern muss, oder bin ich wirklich einfach so launisch? Ist es normal, dass man eine gewisse Schreibroutine erst entwickeln muss. Und, will ich eine Routine entwickeln? Muss ich das?

Ich weiß, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Aber eigentlich läuft das Leben nicht so. Eigentlich kann man sich an nichts im Leben wirklich gewöhnen, da doch eh alles, was uns umringt, temporär ist. Alles kommt und geht. Ein ewiger Wechsel, eine ständige Welle der Veränderung. Unser ganzes Leben lang.

Wieso sollte ich mich also gegen diese Welle stemmen wollen?

Weil die Szene es vorgibt? Oder kommt es mir momentan nur so vor, also würde mir etwas vorgegeben werden?

Schließlich ist es ja MEIN Blog. Und da herrschen MEINE Regeln.

Aber wenn ich damit Geld verdienen möchte, irgendwann vom Schreiben leben möchte, muss ich meine Regeln anpassen?

Ich weiß, das sind wirklich ein Haufen rhetorischer Fragen, aber so sieht’s momentan in meinem Kopf einfach aus. Und ich frage mich wirklich, ob es nur mir so geht, oder ob es dem ein oder anderen Neu-Blogger auch so ergeht.

Nun fragt ihr euch sicherlich, wieso ich diesen Eintrag „Virtueller Ungehorsam“ genannt habe. Und das hat einen einfach Hintergrund: Er ist mir einfach so eingefallen.

Und er passt so schön zu mir und diesem Thema. Denn ich denke, ich werde mich niemals wirklich anpassen. Ich werde einfach so bleiben wie ich bin. Mein Ziel ist es einen echten, authentischen Blog zu kreieren, indem es um das ECHTE Leben geht.

Kein Beauty-Bling-Bling, kein Veggie-Yum-Yum. (Um das klarzustellen, ich lese solche Blogs selbst manchmal echt gerne, aber das gibt es alles ja irgendwie schon und…ich will einfach was anderes machen ;P ) Einfach nur ein Mädchen, die das Leben manchmal irgendwie nicht versteht und sich darüber mit einer Menge Menschen unterhalten möchte.

So simple.

Also habe ich mich dafür entschieden „Virtuellen Ungehorsam“ zu betreiben und werde einfach immer dann etwas posten, wenn es mir in den Kram und in die Inspiration passt. Ich denke, das wird mir eine menge Druck abnehmen.

Und wer weiß, vielleicht bekomme ich ja auch irgendwann einen Rhythmus und in einem Jahr seht ihr mich wöchentlich, immer am selben Tag einen Beitrag veröffentlichen. Aber ich will den „Teufel“ mal nicht an die Wand malen 😉

Bis dahin auf entspanntes bloggen!

Wir lesen uns, Andie

Musst du „dazugehören“?

Kennst du dieses Gefühl? Das Gefühl irgendwie nirgends reinzupassen? Dass egal wo und mit wem du deine Zeit verbringst, du nach einer Weile denkst, dass du da gar nicht richtig hingehörst?

Ich kenne dieses Gefühl sehr gut, und habe gelernt damit umzugehen.

Schon mein Leben lang fühle ich mich irgendwie als Außenseiter, manchmal sogar wie ein Alien, obwohl ich viele Freunde habe. Dennoch habe ich manchmal das Gefühl, ich würde nur immer mal vorbeischauen oder ihnen beim Leben zuschauen und letztendlich doch mein eigenes Ding machen.

In einer Clique bin ich auch schon lange nicht mehr und frage mich häufig, ob ich es jemals gewesen bin.

Auf meinem Weg wollte ich immer wieder Teil von einer Gruppe oder Subkultur sein oder überhaupt dazu gehören.

Allerdings hatte ich nie das Gefühl wirklich angekommen zu sein. In jeder Gruppierung oder Szene gab es Momente die mir zeigten, dass ich eben kein Teil von dem war, was diese Leute darstellten. Damals kam mir häufig der Gedanke ich sei nicht „cool“ genug oder hätte nicht den richtigen „Style“. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund durfte ich immer mal in Szenen reinschnuppern, war aber nie wirklich Teil davon.

Alles fing damit an, als ich im Jugendalter die Rockmusik für mich entdeckte. Ich reiste zu Konzerten und versuchte meine Idole persönlich zu treffen. Zu der Zeit bemerkte ich erstmals, dass sich verschiedene Menschen zu verschiedenen Subkulturen zählten und sich damit identifizierten. Sie zeigten ihre Zugehörigkeit durch ihr Aussehen und ihr Auftreten, bzw, durch ihre allgemeine Art mit anderen Menschen und dem Leben umzugehen.

Da gab es die Punks, die Alternativen, die Hip Hopper, die „Tussis“, die Emos, die Goths, die Visual Keis und viele, viele mehr.

Natürlich gibt es noch hunderte andere Subkulturen oder Schubladen in die man Menschen stecken kann, aber diese sind eben die, mit denen ich mich während meiner Jugend am meisten auseinandergesetzt habe.

Ich habe mich allerdings zunächst nirgends zuordnen können. Ich war einfach…ICH. Gerade dabei erwachsen zu werden und anzufangen herauszufinden, wer ich denn überhaupt bin.

Und so begann ich in jede für mich interessante Subkultur mal reinzuschnuppern.

Ich war ein Emo, aber hatte kein allzu kritisches Bild über die Gesellschaft und verfasste auch keine tiefgründigen Gedichte. Außerdem hatte ich nicht die coolste Frisur, was mir keine tausend Freunde auf Myspace bescherte. Auf Emo-Treffen beachtete mich meist kaum jemand. Also zog ich weiter.

Durch meine Emo- und Fan-Zeit hatte ich ein paar interessante Leute kennengelernt. Ich schaute zunächst also in der Visual Kei Szene vorbei. Ich hatte einen Faible für japanische Musik, eher rockiger Natur, und mochte den bunten und verrückten Kleidungsstil. Ich besuchte mit Freunden J-Rockkonzerte und verbrachte auch so viel Zeit mit ihnen. Ich muss sagen, dass mir diese Zeit wirklich sehr gefallen hat. Ich geriet an die für mich richtigen Leute, die mich akzeptierten und so nahmen wie ich war. Allerdings bemerkte ich irgendwann, dass es für mich nur eine Phase war und so entwickelte ich mich weiter. Ich habe nicht mehr mit allen Leuten aus dieser Zeit Kontakt aber zu ein, zwei Personen schon. 🙂

Was sich zu dieser Zeit auch formte, war mein Berufswunsch. Irgendwas mit Medien…wie bei so vielen. Ich entschloss mich in die Makeup Branche zu gehen und musste dafür aber mindestens eine Vorausbildung absolvieren. Ich landete in einem Friseursalon, der sehr beliebt in der Emoszene war.

Ich dachte zu der Zeit, dass ich noch genügend Emo in mir hätte um das rocken zu können und mich während meiner Ausbildung frei entfalten zu können.

Allerdings geriet ich in genau den Salon, der eher weniger alternatives Publikum hatte. Und so passte ich mit meinen bunten Hosen und den Bandshirts eher weniger rein. Was passierte also? Man fing an mich verändern zu wollen. Plötzlich gab es einen Dresscode. Ich sollte mädchenhafter gekleidet sein und meinen Style komplett ändern. Man verpasste mir noch eine „trendige“ Frisur und schwupps, hatte ich keine Ahnung mehr wer ich war. Diesen Zustand hielt ich nicht lange aus und beschloss nach einigen unangenehmen Zwischenfällen, die Ausbildung aufzugeben.

Meine damalige Chefin zollte mir eine Menge Respekt dafür, dass ich ihr und vor allem mir gegenüber so ehrlich gewesen war.

Ich begann danach eine Ausbildung zur Kosmetikerin auf einer reinen Mädchenschule. Hier fühlte ich mich von Tag 1 bis zum Abschluss wie der letzte Freak. Gott sei dank gab es aber ein weiteres Mädchen, dass allein mit ihrem Aussehen herausstach. Das Witzige daran war, dass wir beide nicht die Freunde fürs Leben in unserer Klasse fanden, aber wir anscheinend soviel Vertrauen erweckten, dass wir beide zu Klassensprechern gewählt wurden.

Während der Zeit auf dieser Schule habe ich natürlich wieder viele neue Erfahrungen gesammelt. Ich lernte außerhalb der Schule Leute kennen, die eine Band hatten und war von nun an regelmäßig Backstage auf Konzerten. Und feierte im Allgemeinen ziemlich viel. Ich machte meine ersten romantischen Erfahrungen und fand meine erste richtig große Liebe. Das war eine wirklich tolle und aufregende Zeit. Damals dachte ich wirklich, ich würde dazugehören, dass genau das die „Szene“ war wo ich hinpasste.

Meine erste Beziehung hielt nicht sonderlich lange, aber der nächste Partner war schon in Sicht. Ich verliebte mich neu, hatte eine tolle Zeit und lernte immer mehr Menschen kennen. Ich zog von zuhause aus und in einer WG mit meiner besten Freundin und noch einer anderen sehr engen Freundin. Ich bezeichne diese Zeit liebevoll als absolut chaotisch, da ich in dieser Zeit lernen musste, dass eben diese Szene auch nicht der Ort war an dem ich hingehörte. Es gab viel Streit zwischen meinen Mitbewohnern und mir und ich grenzte mich mehr und mehr ab, bis ich gefühlt ganz allein da stand. In dieser Zeit war mein damaliger Partner eine große Stütze für mich, weshalb ich auch ziemlich bald mit ihm zusammen zog.

Ich beendete meine Ausbildung und bekam die Chance eine Weiterbildung zum Make Up Artist zu machen, die ich natürlich ohne zu zögern nutzte.

Ich fand einen Job in einem Make Up Laden, indem ich mich kreativ austoben konnte und Produkte verkaufte. Da ich hinter der Marke stand und mir die Sachen gefielen, fiel mir das nicht sonderlich schwer.

Zu dieser Zeit machte ich einen riesigen Sprung in meiner Entwicklung. Ich gewann einiges an Selbstbewusstsein und kroch aus meinem Schneckenhaus, in dem ich mich viele Jahre verkrochen hatte, weil ich einfach keine Ahnung hatte wo ich hingehöre. Ich hatte Träume und Ziele, die ich verfolgte. Dachte endlich hätte ich mich gefunden. Zu einem großen Teil habe ich das auch, aber schien der Weg des Make Up Artists nicht der zu sein, der für mich bestimmt war. Nach einer Hochphase des sich selbst Ausprobierens, begann ich wieder nachdenklicher zu werden. Ich trennte mich von meinem damaligen Freund und brach komplett aus! Ich ging feiern und wollte einfach nur das tun wonach mir der Sinn stand. Und das tat ich auch. Ich zog zu meiner besten Freundin, um in Ruhe nach eigenen vier Wänden zu suchen. Ging wirklich, wirklich, WIRKLICH viel feiern. Machte viel Sport und lief sogar einen 10km Lauf. Ich wollte mich keine Sekunde ausruhen. Im darauffolgenden Sommer bekam ich dafür die Quittung. Da ich die 10km verkatert und völlig untrainiert gelaufen war, überdehnten sich meine Sehnen und ich konnte 4 Wochen lang nicht richtig laufen. Ich war, mitten im Sommer und mit dieser unglaublichen Energie, ans Bett gefesselt und dachte ich werd wahnsinnig.

Allerdings war diese Auszeit bitter nötig. Ich konnte mich mal auf mich selbst besinnen und nachdenken, was ich wirklich will. Ich fand endlich eine eigene Wohnung und bekam mit dem Umzug das erste Mal seit Jahren wirklich komplette Ruhe, nur für mich.

In dieser Wohnung lebe ich immer noch und habe seither viele spannende, schmerzliche und ungeheuer wichtige Erkenntnisse gemacht. Ich habe gelernt, dass man nicht immer irgendwo dazugehören muss, um glücklich zu sein. Ich kündigte also meinen Job und kehrte der Make up Welt den rücken. Nun mache ich mein Abitur nach und arbeite aufs Psychologie oder Philosophie Studium hin. Wer weiß was es wirklich wird. Wer weiß, ob ich mich jemals irgendwo zugehörig fühlen werde. Aber das ist in Ordnung für mich. Ich lerne momentan, mich einfach nur wohlzufühlen. Mit mir, in meiner Haut und mit meinem Leben. Menschen kommen und gehen. Wir machen gemeinsam Erfahrungen und können soviel voneinander lernen. Ich bin es Leid immer alles und jeden in Kategorien und Schubladen zu stecken. Jeder Mensch ist für mich einzigartig und ich denke mittlerweile sogar, dass dieses Gefühl, des nicht Dazugehörens, etwas völlig Natürliches und Notwendiges ist.

Würden wir uns ohne dieses Gefühl überhaupt weiterentwickeln? Oder würden wir ewig am selben Ort, mit den selben Menschen verweilen?

Ich weiß es nicht.

Aber was ich weiß ist, dass ich meine Erfahrungen teilen möchte. Dass ich Menschen erreichen möchte, denen es ähnlich geht. Dass ich mich mit diesen Menschen austauschen möchte und wir gemeinsam wachsen können.

Und deswegen habe ich diesen Blog erstellt.

Das mag nun eine relativ lange Vorstellung gewesen sein, aber wenn du bis hier gekommen bist und dich in vielen Punkten angesprochen fühlst, dann erzähl mir doch gerne deine Geschichte. Geht es dir genauso? Oder ganz im Gegenteil, kannst du meine Ansicht gar nicht nachvollziehen?

Ich bin wirklich gespannt darauf, was du zu erzählen hast!

Wir lesen uns, Andie